Leider müssen wir noch kurz arbeiten, aber dann gehts los!!!!
Nach 350 Meilen Fahrt, Ankunft im Paradies. Boutique Hotel Iron Horse in Milwaukee. Was wir nicht wussten, heute feiert hier das Magazin “m” Milwaukees Lifestyle Magazin, ein Jubiläum. Wir sind eingeladen…!
Joevito Bilder machen ist harte Arbeit und jetzt, wo der Asiate auch hier ist und mit Reisegruppen die traditionelle Fotoarbeit von Joe und Vito alt aussehen läßt, weil er (der Asiate) schlicht über Masse geht, bleibt uns oft nicht viel mehr als einfach Geduld zu haben.
Nicht einmal unser gesamtes Equipment dürfen wir mehr mitführen:
Hier mal ein Video, damit man sich einen Eindruck machen kann und welchen Bedingungen wir mittlerweile arbeiten müssen…
Und das mittelmäßige Ergebnis:
Also eines steht schon mal fest, oben rum, d.h. von links nach rechts ist jetzt mehr so ein Naturerlebnis. Eigentlich nicht einmal das. Wir warten oft Stunden, bis sich die Vegetation überhaupt mal merklich verändert. Ein Berg oder eine Schlucht ist dann schon ein Highlight. Vito fährt dann und grummelt und ich spiele Angry Bird auf dem iPhone und kicher leise. Mittlerweile haben wir uns aber auf eine gemeinsame Musikrichtung geeinigt. Und sonst? Tja, leider nicht viel. Keine Abenteuer, keine verrückten Menschen auf unserem Weg. Alles ruhig. Eigentlich tut das aber auch mal ganz gut und zur Not haben wir ja auch immer noch Mails aus unseren Büros die für Spannung sorgen.
Keine 2 Stunden haben wir für die Durchquerung des Yellowstone Parks gebraucht. Unser Ziel war “Cody” – die Heimat von Buffalo Bill und gleichzeitig der erste Ort ohne Bären nach dem blöden Park. Ich war mir sicher hier würde es WLAN, GSM-Netz und ein Motel geben und ich hatte Recht. Alles wieder gut. Nur die Motels sind hier drei mal so teuer. Für ein einfaches Motel-Zimmer mit breitem Einzelbett(!) zahlen wir 170 Dollar. Egal, schnell einchecken und das nächste Steakhouse suchen, ich muss mich ja noch um Vitos innere Vermessung kümmern. Wir landen im “Proud Cut Saloon”. Wir sitzen an der Bar. Wir sitzen immer an der Bar.
Eine Flasche St. Francis Rotwein und zwei Prime Rib Cut Steaks (460gr.). Terry, die Bardame spricht uns an und wir erzählen von wilden Bären und anderen Geschichten. Terry hingegen erzählt von Ingo. Ingo aus Mannheim, mit dem hat Sie 1984 mal geknutsch und seitdem keinen Kontakt mehr. Ihre Augen strahlen und zeigen doch auch eine gewisse Traurigkeit. Terry ist in Vegas geboren und aufgewachsen, hat sich in verschiedenen Hotels durchgewurschtelt und arbeitet jetzt in Cody. Freiwillig will man hier nicht arbeiten. Ingo, wenn Du das ließt, hol Terry hier raus, sie ist durchaus noch knackig für ihr Alter!
Die Zeit vergeht wie im Flug, Terry gibt eine Runde nach der anderen und sie erzählt uns von ihrem Wohnwagen. Vito schaut mich an, ich schau Vito an. Wir gehen.
Joe (Flucht)
Es ließ sich nicht vermeiden, ehrlich nicht, ich hab alles gegeben, aber Vito wollte unbedingt in den Yellowstone Nationalpark. Ich befürchtete schon, dass es ähnlich spannend wie das große Loch im Boden wird (Grand Canyon), aber es war schlimmer.
Die ersten Sonnenstrahlen küssen uns wach und beschwingt starten wir mit einem durchschnittlich schlechten amerikanischen Frühstück in den Tag. Vor uns liegt der Teton Nationalpark und der Yellowstone Nationalpark. Vito hat extra ein Buch bei Barnes & Nobles gekauft, weil es total das Naturerlebnis ist auch auch total voll das große Abenteuer. Die anderen hatten wohl auch alle ein Buch gekauft, anders kann ich mir den Stau Richtung Nationalpark nicht erklären. Am Eingang sind üblicherweise 25 Dollar fällig, heute aber nicht, weil “free weekend” ist. Vielleicht lag es also doch nicht am Buch, sondern am freien Eintritt. Egal, ich wollte auf jeden Fall so einen coole Ranger Hut haben, Vito hat mir aber keinen gekauft.
Ich schmolle auf dem Beifahrersitz und studiere die Broschüren des Parks. Überall Hinweisschilder zu den Gefahren. Bären, Feuer und Wasser und überhaupt, Natur ist total gefährlich, glaubt man den amerikanischen Broschüren. Nach 50 Meilen langweiliger Fahrt durch Wald und Flur, knickt Vito auch langsam ein. Auch er hatte es sich aufregender vorgestellt. Da ist es im Böhmewald Soltau aufregender, weil man nicht davon ausgehen kann, dass die Parkbank gewartet ist und man vielleicht doch einbricht. Aber die Amis haben aus dem Yellowstone Park eine Art Disneyland gemacht und somit ist klar. Wir fahren weiter.
Vito rutscht auf seinem Sitz und her und ich merke ihm seine Unruhe an. War er doch so ein Verfechter des Parks und muss seine Enttäuschung nun verbergen. Vito sagt dann, es sei trotzdem wichtig das wir da waren. Für die innere Vermessung. So eine Art Standortbestimmung. Ich grübel über Vitos Worte nach und denke an Steak und Rotwein und frage mich, ob er dass mit innerer Vermessung meint und eigentlich nur Hunger hat.
Joe (bärenhungrig)
Kurze Zwischenmeldung. Wir haben Schrauben gekauft. Ursprünglich wollten wir die Schrauben vom Ausstellungsstück klauen, hatten dann aber dann doch die Hosen voll und haben brav vier Flügelschrauben und Muttern gekauft. Wir haben direkt einen Stresstest für den Grill durchgeführt (Sirlion Steak 850gr.). Vito beobachtet aus der Ferne.
Wir sind in den letzten 2,5 Tagen bereits 1600 Kilometer gefahren. Wir es aussieht müssen wir aus “geschäftlichen” Gründen einen Abstecher nach New York machen, dass sind 2000 Kilometer mehr als geplant. Das Meeting findet am 20.8 um 12.30 statt, somit nur noch 6 Tage Zeit für 4500 Kilometer. Vito will jetzt unbedingt durch diesen Yellowstone Park. Heute morgen fragt er mich, ob er uns eine Lodge reservieren soll. So weit ist es gekommen, früher waren wir wild und gefährlich und jetzt will der Herr reservieren.
Er duscht gerade, ich hab ihm erstmal heimlich eine Schraube vom linken Rad seines Koffers gelöst, wird Zeit für Action!